Nahrungsergänzung

Sind unsere Krankheiten eigentlich Alterserscheinungen?

Je älter wir werden, desto höher ist unser Risiko an Arthrose, Diabetes, Krebs, Alzheimer, Herzinfart, Schlaganfall und Osteoporose usw. zu "erkranken". Wissenschafler wie Dr. Anne Burnet von der Stanford Universität sehen einen übergeordneten Prozess, der all den Krankheiten zugrunde liegt, die uns unseren letzten Lebensabschnitt vermiesen und schließlich unser vorzeitiges Ende herbei führen. Wenn es uns gelingt diesen gemeinsamen Prozess aufzudecken, dann können wir ihn vielleicht ausbremsen und so die Erkrankungen des Alters "auf später" verschieben.

Beispiel Osteoporose

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die Osteoporose zu den 10 wichtigsten Erkrankungen der Gegenwart. Der deutsche Orthopäden- und Unfallchirungen Verband schreibt:

"Die Osteoporose ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters. In Deutschland sind alleine mehr als 25 % der Frauen nach der Menopause (postmenopausal) von der Erkrankung betroffen.

Als an Osteoporose erkrankt gelten definitionsgemäß Patientinnen mit einer erniedrigten Knochendichtemessung (DXA T-Wert < -2,5)."

Wussten Sie, dass die Diagnose "Osteoporose" erst ca.1970 eingeführt wurde? Vorher konnte im Röntgenbild zwar eine Vermutung über die Dichte eines Knochens angestellt werden; genauere Messungen waren jedoch noch nicht möglich. Sobald diese Knochendichte- Messung möglich war, dauerte es nicht lange und die Diagnose "Osteoporose" wurde erschaffen.

Der Normwert der Knochendichte wird dabei am Mittelwert von 25-jährigen Gesunden festgelegt. Wer mehr als 25 Prozent unter diesem Wert liegt erhält den Stempel "Osteoporose" aufgedrückt. Da der Knochen aber im Rahmen des "natürlichen" Alterungsprozesses pro Jahr durchschnittlich 1 bis 2 Prozent an Substanz verliert (bei Frauen in der Menopause sind es sogar 3 Prozent), wird das Alter der automatisch dominierende Risikofaktor einer Osteoporose.

Was der Osteoporose zugrunde liegt ist ein Nachlassen der Regeneration unserer Knochen. Die Knochengewebe aufbauenden Zellen (Osteoblasten) zeigen eine verringerte Aktivität (Vitalität).  Da Vinci alter Mann junger Mann

Beispiel Alzheimer

Die Alzheimer Erkrankung ist das große Damokles-Schwert des alternden Menschen. Mindestens jeder fünfte von uns wird die Diagnose Alzheimer erhalten. Während viele Menschen das Nachlassen Ihrer mentalen Fähigkeiten als zunehmende Vergesslichkeit erleben, wird bei der Diagnose Alzheimer eine Ablagerung eines Eiweißkomplexes (Beta-Amyloid) als Ursache des mentalen Verfalls angesehen. Aber sind dies wirklich zwei völlig unterschiedliche Prozesse? Oder gibt es bei beiden Entwicklungen eine Gemeinsamkeit? Diese Fragen sind wichtig. Eine effektive Behandlung von Alzheimer gibt es nämlich noch nicht. Wenn wir jedoch eine Fehlregulation definieren können, welche vor der ersten Vergesslichkeit oder dem Auftreten von Beta-Amyloid- Ablagerungen vorliegt, dann können wir vielleicht effektiver einschreiten.

Seit die Amyloid- Eiweißablagerungen leichter optisch darstellbar wurden (PIB PET) wurden diese auch bei "Gesunden" vermehrt gefunden. Es scheint als ob diese Eiweißablagerungen ein Zeichen des Alterns bei vielen Menschen sind. Die Medizin sträubt sich jedoch gegen diese Einschätzung. Menschen welche schon Amyloid- Ablagerungen aufweisen, aber noch keine Zeichen eines Nachlassens der geistigen Fähigkeiten aufweisen, werden einfach mit der Diagnose "präklinischer Alzheimer" versorgt. Wenn jedoch Eiweiß-Ablagerungen ein "normales" Zeichen des Altern sind, und diese Ablagerungen die einzige Voraussetzung für die Diagnose Alzheimer sind, dann sind sehr viele von uns Fälle von präklinischem Alzheimer.

So wie bei der Osteoporose so ist auch bei Alzheimer und bei jeder anderen Demenz das Altern der größte Risikofaktor. Eine Ablagerung toxischer Eiweißprodukte, ein Nachlassen der Funktion (Vitalität) und eine Beeinflussung der Gen-Aktivität sind allgemeine Zeichen des Alterns. Hinter diesen Zeichen steht ein Nachlassen der Energieproduktion in unseren Energiekraftwerken, den Mitochondrien. 

Dieser Prozess kann umgekehrt werden!  Mitochondrium

Ich werde Ihnen aufzeigen, dass unser Organismus, durch Jahrtausende lange Anpassungen, zwei verschiedene „Gänge“ entwickelt hat, die wir durch unser Verhalten „einlegen“. Der eine Gang fördert Wachstum und Fruchtbarkeit aber auch schnelles Altern und Krankheiten wie Diabetes, Herz- und Gefäßerkrankungen, Krebs und Demenz. Der zweite Gang wird nur in „Notzeiten“ eingelegt. Er fördert die Entgiftung und Regeneration unserer Gewebe und schiebt so nicht nur  die alters-assoziierten Krankheiten hinaus, sondern ermöglicht sogar eine Umkehr der zugrunde liegenden Prozesse. 

Hier erfahren Sie auch:

-   was genau diese „Notzeiten“ auszeichnet UND

-   wie wir durch ein paar „Tricks“ den Körper glauben machen können, dass nun diese Phase eingesetzt hat. 

Die Schalter für Wachstum und Verfall: Insulin- und IGF 1 Rezeptor

Wo befindet sich dieser „Schalter“ der die Gänge umlegt? Es hat sich heraus gestellt, dass der Insulin-Rezeptor- also die Andock-Stationen an jeder unserer Zellen, an denen das Hormon Insulin ansetzt um Zucker und Eiweiß in die Zelle zu befördern- das Umschalten der Gänge von „Wachstum und Fortpflanzung“ zu „Regeneration, Entgiftung und Belebung“ regelt. Das heißt: wenn wenig Insulin freigesetzt wird, dann ist der Organismus bereit auf den Regeneratiosmodus umzuschalten. Der schnellste Weg dies zu erreichen ist ein reines Wasserfasten. Alternativ können Sie eine kohlehydrat- arme Ernährung einhalten oder 16-stündige Fastenperioden einlegen. Mehr dazu unter: "Ernährung".

Eine verminderte Stimulation unseres Insulin-Rezeptors und die Reaktivierung unserer Mitochondrien kehren den Alterungsprozess um!

Wussten Sie, dass Tauben 10-mal länger leben als Ratten? Das ist von Bedeutung, weil beide ungefähr die gleiche Stoffwechselrate haben. Generell haben kleinere Tiere eine höhere Stoffwechselrate als größere Tiere. Tiere mit einer höheren Stoffwechselrate haben eine kürzere Lebenserwartung. Das ist allgemein anerkannt. Warum leben die Tauben dann so viel länger? Und noch etwas: Vögel im Allgemeinen entwickeln praktisch keine Alterserscheinungen wie wir sie bei den Säugetieren kennen. Sie leben in der freien Natur anscheinend ohne zu altern- wie die Elfen aus Tolkin´s Herr der Ringe!  Warum altern Vögel nicht so wie wir oder die Ratten? Was können wir aus den neuesten Erklärungen zu diesem Phänomen lernen und  nutzen? Darauf möchte ich hier eingehen.

Gibt es das Alters-Gen?

Die Erforschung des Alterungs-Prozesses beim Menschen hat durch die vollständige Entschlüsselung unserer Gene eine Wendung erhalten. Man erhoffte für die Geiseln der heutigen Menschheit: Alzheimer, Diabetes, Herzinfarkt, Krebs, Parkinson und Schlaganfall die verantwortlichen Mutationen (Genveränderungen) zu finden und so gezielt in den Prozess eingreifen zu können. Was sich jedoch heraus gestellt hat ist, dass es kein „Diabetes-Gen“ oder „Krebs-Gen“ gibt. Die Annahme war vielleicht berechtigt, da diese Erkrankungen der zweiten Lebenshälfte eine gewisse familiäre Häufigkeit zeigen. In den letzten 50 Jahren gab es jedoch keine Veränderung in unseren Genen.  Trotzdem nahmen diese Erkrankungen in demselben Zeitraum kontinuierlich zu.

Es hat sich heraus gestellt, dass der Grund für diese Entwicklung nicht in einer Aktivierung eines Alters-Gens, sondern in einer fehlenden Aktivierung eines Verjüngungs-Gens liegt.

FOXO - das uralte Programm zur Lebenserhaltung

Als Cynthia Kenyon 1993 das DAF-2 Gen manipulierte, läutete sie damit ein neues Zeitalter in unserem Verständnis des Alterns ein. Sie fand, dass wenn dieses Gen bei dem Wurm C. elegans teilweise ausgeschaltet wurde, der Wurm doppelt so lange lebte. Dabei erfreuten sich die manipulierten Würmer einer optimalen Gesundheit und großer Vitalität. Der Effekt der Lebesverlängerung hing dabei von einem weiteren Gen ab. Die Hemmung des Daf-2 Gens führte zu einer Aktivierung des FOXO- Gens. Das FOXO Gen nimmt also an Aktivitätzu wenn das DAF-2 Gen gebremst wird. Das Daf-2 Gen regelt die Ausbildung des Insulin-Rezeptors. Bei einem defekten Daf-2 Gen kann Insulin nicht mehr optimal an der Zelle andocken. Die Zellen "denkt" also, dass nur wenig Insulin vorhanden ist und aktiviert das "Lebens- Verlängerungs- Programm" FOXO.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass eine Aktivierung des FOXO- Gens nicht nur bei genmanipulierten Tieren auftrat. Auch bei Tieren welche nur 70- 80% der Kalorien erhielten, welche sie normaler Weise verzehhren würden, wurde das FOXO- Gen aktiviert. Diese Beobachtungen konnten bei allen Versuchstieren wiederholt werden. Nicht nur bei Würmern, sondern auch bei z.B. Affen und Hunden konnte durch eine Unterversorgung mit Nahrung der Insulinspiegel und IGF-1 Spiegel gesenkt und das FOXO- Gen aktiviert werden. In allen Fällen wurde so eine Lebensverlängerung um etwa 50% erreicht. Diese Versuche sind mit Menschen nicht nur aus ethischen Gründen schwer durchzuführen. Übersetzt auf den Menschen würde dies jedoch eine Verschiebung der durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 auf 120 Lebensjahre bedeuten. 

Das "Programm" für ein langes und gesundes Leben- das FOXO- GenFOXO Hausmeisterservice

Dieses in unseren Genen versteckte Programm  ändert nach seiner Aktivierung die Regulation unseres Stoffwechsels grundlegend. Kenyon sagt," es ist so wie wenn etwas von einem festen in einen flüssigen Aggregationszustand übertritt. Alles ändert sich. Das FOXO-Gen aktiviert dabei eine Reihe von Genen, und bremst andere aus. Der Endeffekt ist eine tiefgreifende Regeneration und Reparatur der Prozesse und Strukturen in unseren Zellen. Man könnte FOXO als das Hausmeister-Gen bezeichnen. So wie der Hausmeister bei Bedarf Klempner und Elektriker einbestellt, um Reparaturen auszuführen, so führt FOXO auch selbst nicht die Reparaturen aus, sondern aktiviert die dafür zuständigen Gene. Das Immunsystem wird aktiviert, die DNA-Reparatur wird angekurbelt, die Energieproduktion wird hochgeschraubt, die Schutzfunktion für Eiweiße wird verbessert, Antioxidantien werden vermehrt aktiviert und schützen so gegenüber Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Alzheimer. Der vermehrte Abbau von toxischen Einlagerungen und unnötigen Eiweißkomplexen verbessert die Zellfunktion und kehrt so den Alterungsprozess um.

Normalerweise ist der Hausmeister faul. Erst wenn sich die Besitzer anmelden, ruft er die Müllabfuhr, Maurer, Maler, Klempner Elektriker usw. an um die nötigen Reparaturen durchführen zu lassen. Wenn Insulinspiegel und IGF 1 Spiegel abfallen, dann ist das so als würden sich die Besitzer anmelden. Insulin und IGF1 fallen ab, wenn wir die Nahrungszufuhr einschränken. Aber es gibt auch andere Stoffe die FOXO direkt aktivieren." Dazu gehören Ketonkörper, AMP-Kinase und Laktat. Das heißt auch fasten und muskuläre Erschöpfung aktivieren FOXO. Kenyon fand auch, dass eine kurze Kälte-Exposition die FOXO-Aktivität ankurbelte. Mehr dazu unter "Lifestyle".

Unser moderner Lebensstil führt zu einem faulen Hausmeister- Gen

Leider wird bei unserem bequemen Lebensstil FOXO nur selten aktiviert. Wir halten uns immer schön warm, sorgen dafür, dass die Versorgung mit Lebensmitteln nie abreißt und eine totale muskuläre Erschöpfung kennen die meisten von uns überhaupt nicht. Erschwerend kommt noch hinzu, dass wir uns anders ernähren, als von der Natur vorgesehen. Wir essen zu viele Kohlehydrate, vor allem schnell verfügbare Zucker und Weißmehlprodukte und wir mästen uns zum Teil mit allzeit verfügbaren Proteinquellen. Dies führt zu dauernd erhöhten Insulin und IGF-1 Spiegeln. Auf die Dauer entwickeln sich so Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfart, Schlaganfall und Alzheimer. (Mehr dazu unter "Ernährung".) Wenn wir gleichzeitig zu einem hohen Kohlehydrtat- Verzehr zu viel Eiweiße z.B. in Form von Fleisch, Wurst und Milchprodukten zu uns nehmen, dann bindet die Leber das überschüssig vorhandene Insulin an den von der Hypophyse freigesetzten Wachstumsfaktor (HGH) und "baut" daraus das IGF- 1. Dieser Soff hilft uns zu wachsen und unser Gewicht in den ersten Lebensjahren immer wieder zu verdopplen. Hohe IGF-1 Werte führten dazu, dass unsere Körpergröße von Generation zu Generation zunahm und uns die Jugend über die Köpfe hinaus wächst. Wenn unser Wachstumsprozess jedoch abgeschlossen ist, dann führt ein erhöhter IGF- 1 Spiegel zu unseren Alterserscheinungen und den dazu gehörenden Erkrankungen.

Beispiele für den krankheitsfördernden Effekt von IGF 1 (Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor):

IGF1 oder warum kleine Hunde länger leben als große

Bei der Züchtung kleiner Hunderassen wurden unbewußt Tiere gekreuzt, welche eine Mutation an dem Gen hatten, welches die Bildung des IGF1 Rezeptors steuert. Bei diesen Tieren war das produzierte IGF 1 weniger aktiv. Deshalb wurden die Tiere nicht so groß. Gleichzeitig erkranken sie weniger an den Alters-Erkrankungen und leben so deutlich länger.

Laron Syndrom- IGF 1 Hemmung beim Menschen

Valter Longo fand dass eine Gruppe von zwergwüchsigen Menschen in Equador ebenfalls einen defekten IGF1 Stoffwechsel aufweisen. Bei ihnen ist dieses dem Daf- 2 Gen verwandtes Gen verändert. Sie werden nur ca. 100 cm groß; sind aber "immun" gegen Krebs, Herzinfarkt, Diabetes, Alzheimer und Schlaganfall. 

Die Zeichen des Alterns

Das Altern ist ein Prozess der während des gesamten Lebens abläuft. Laut Aubrey de Grey ist das Altern: „einfach eine Anhäufung von Schäden in unseren Geweben.“ Das Altern ist anfangs gnädig mit uns. Wir „funktionieren“ mit 30 Jahren meist immer noch so gut wie mit 20 Jahren. Irgend wann überfordert das Altern jedoch die Regulationsfähigkeiten des Organismus. Dann stellen sich „plötzlich“ die Erkrankungen und Einschränkungen des fortgeschrittenen Alters ein. Und schließlich tötet dieser Alterungsprozess mehr als 100 000 Menschen täglich. Zwei mal so viele wie alle anderen Todesursachen zusammen genommen. Dies ist laut de Gray: „Der wichtigste Forschungsbereich unserer heutigen Zeit.“

Der Tod ist dabei nicht der größte Schrecken des Alters. Der körperliche Verfall erzeugt ein enormes Leiden. Demenz oder Behinderungen, welche uns unsere Unabhängigkeit kosten, stellen für viele einen größeren Schrecken dar. Es geht also hier weniger um die absolute Zahl an Jahren, die Sie leben können. Es geht um die Erhaltung und Wiedererlangung ihrer jugendlichen Lebensqualität. Unser Ziel ist, uns wieder so zu fühlen und möglichst auch so auszusehen, wie wir mit Mitte zwanzig aussahen. Egal wie lange das schon zurück liegt. Sie halten dies für unrealistisch. Das ist verständlich. Generell wollen wir nicht vom Altern sprechen oder uns mit seinen Einschränkungen befassen. Wir finden das Altern einfach schrecklich und verdrängen die Themenbereiche, die damit zu tun haben. Grund dafür ist unsere Beobachtung der Unausweichlichkeit dieses Prozesses und der dadurch ausgelösten Beklemmungen. Wir kennen einfach noch keine Beispiele von Menschen, die ihren Alterungsprozess umkehten. Manche Schauspieler scheinen ihren Alterungsprozess für längere Zeit hinauszuzögern. Mit fällt da die Hollywood- Schauspielerin Meryl Streep ein. Aber dies sind absolute Ausnahmen und wir nehmen an, dass aufwendige medizinische Interventionen nötig sind, um so etwas zu erreichen. In Wirlichkeit bleibt vom Altern jedoch NICHTS übrig, wenn wir die vorher erwähnten Schäden beseitigen. Erkrankungen des Alters

Was sind die Schäden des Alterns:

1, Zellschrumpfung und Zellverlust

2, Zellen mit ungebremsten Teilungszwang (Krebszellen)

3, müde Zellen die sich weigern Abzusterben

4, Mutierte Mitochondrien mit eingeschränkter Funktion

5, Müll in den Zellen

6, Müll zwischen den Zellen

7, Eiweißablagerungen und – Verklebungen

Laut de Grey ist diese Liste komplett. Alle diese Schäden, außer Punkt 4, können -laut Kenyon- durch eine länger anhaltende Aktivierung des FOXO- Gens, beseitigt werden.

 

Der Einfluß der Mitochondrien auf das Altern

Nicht primär die Anhäufung von Genveränderungen an der DNA unserer Zellkerne führt, wie bis dato angenommen,  zu einem Nachlassen der Organe. Es ist eher das Absterben einzelner Zellen ausgelöst durch ein Signal aus unseren Mitochondrien. Dieses Signal führt dann zu einem Zerfall der Zelle „von innen heraus“ (programmierter Zelltod = Apoptose). In gewissem Unfang ist dies normal und gesund. Wenn wir jedoch unsere Mitochondrien vernachlässigen, dann nimmt dieser Prozess an Geschindigkeit zu und überholt die Regenerationsfähigkeit der Organne. Dabei nimmt die Gesamtzahl der funktionstüchtigen Zellen ab. Unsere Organe und schließlich wir selbst schrumpfen. Auch die Produktion unserer „Zellwährung“, des ATP, nimmt im Alter ab. Über 90% dieses Energieträgers ATP werden in unseren Mitochondrien produziert.

POWER IST KEIN LUXUS

Ein zunehmender Verlust der Mitochondrien-Aktivität ist ein der wichtigsten Faktoren des Alterns. Dabei reicht es aber nicht aus, wenn unsere Mitochondrien noch z.B. die Hälfte der optimalen Leistung bringen. Die Herstellung unseres Energieträgers ATP ist nämlich nicht ganz ungefährlich für unseren Stoffwechsel. Bei der Herstellung  von ATP müssen in der Elektronen-Transport-Kette Elektronen von einem Enzymkomplex zum anderen transportiert werden. Je höher die Stoffwechselrate ist, desto schneller muss dieser Prozess ablaufen und desto häufiger werden einzelne Elektronen „fallen gelassen“. Diese verursachen dann den Stress, welcher schließlich zum Absterben von Mitochondrien und Zellen führt (freie Radikale). Beim Menschen läuft dieser Prozess langsamer ab als bei Vögel und Ratten, weil wir mehr Körpermaße und dadurch einen etwa 7-mal langsameren Stoffwechsel haben. Je mehr Körpermasse, desto mehr Zellen, desto mehr Mitochondrien und desto weniger Druck auf die Geschwindigkeit des Elektronentransports. Bei Ratten, welche dieselbe Stoffwechselrate wie Tauben haben, führt der Funktionsverlust der Mitochondrien schon in wenigen Jahren zu denselben degenerativen Erkrankungen wie wir sie kennen. Bevor die Ratte mit ca. 3  Jahren stirbt erleidet sie Diabetes, Arthrose und Krebserkrankungen.

Des Rätsels Lösung liegt also darin, wie sich Vögel bei gleicher Stoffwechselrate gegen die Schäden durch „verlorene“ Elektronen schützen und so länger und gesünder leben als die Ratten. Die Antwort liegt darin, wie die Mitochondrien der Vögel arbeiten. Vögel haben mehr Mitochondrien pro Zelle und jedes Mitochondrium hat mehr Elektronen-Transport-Ketten. Auf diese Weise muss jede einzelne Transportkette bei gleichem Energiebedarf nicht so schnell arbeiten und es gehen deutlich weniger Elektronen „verloren“. Man nimmt an, dass der Kraftaufwand beim Fliegen diese Anpassungen auslöste. Wenn Vögel fliegen, dann brauchen sie oft in kürzester Zeit enorme Mengen an Energie (ATP). Die Mitochondrien laufen auf Hochturen. In Ruhe bestehen dann "Überkapazitäten" welche helfen, die Belastung mit freien Radikalen niedrig zu halten. Auf dieser Seite möchte ich Ihnen erklären, wie Sie selbst mehr Mitochondrien pro Zelle anlegen können und wie Sie die Arbeit der Elektronen Transport-Ketten so unterstützen können, dass auch Sie viel weniger Elektronen verlieren und so die gesunde Zellfunktion möglichst lange aufrecht erhalten können.

Ein neues Denkmodell zu Krankheiten und deren Behandlung

Prof. Douglas Wallace schlägt vor, dass wir, angesichts der neuen Erkenntnisse zur Wichtigkeit der Energieversorgung unserer Zellen, unsere Sichtweise auf Gesundheit und Krankheiten total verändern. Wallace sagt: Wir müssen uns die Frage stellen, warum unsere gemeinsamen Anstrengungen und die riesigen finanziellen Aufwendungen für Medizin und Forschung über die letzten Jahrzehnte nicht zu einem besseren Ergebnis in der Behandlung von vor allem chronischen Erkrankungen geführt haben. Er fragt: Warum haben wir es nicht geschafft einen einzigen Fall von Alzheimer zu heilen?

Es gibt (so Wallace) ein umgekehrtes Verhältnis zwischen der Häufigkeit bestimmter Erkrankungen und der Fähigkeit diese zu diagnostizieren und erfolgreich zu behandeln; was zu einer zunehmenden kritischen Haltung innerhalb der Bevölkerung gegenüber der Medizin führe.

Warum können wir diese häufigen Erkrankungen immer noch nicht heilen, fragt Wallace?

- Neuropsychiatrische Erkrankungen: Autismus, Alzheimer, Parkinson, Migräne, Depressionen, Schizophrenie, Zwangsverhalten etc…

- Herz und Muskelerkrankungen: Herzmuskelschwäche, Herz-Gefäß-Erkrankungen, Myalgien, Chronische Müdigkeit…

- Innere Erkrankungen: Nieren-, Leber- und Magen-Darm- Erkrankungen…

- Stoffwechsel-Erkrankungen: Typ 2 Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck…

- Entzündungserkrankungen: Autoimmunerkrankungen, Typ 1 Diabetes, Multiple Sklerose, Lupus…

- Krebserkrankungen

- Alterserscheinungen

Thomas Kuhn der den Begriff „Paradigma“ in die Sprache einführte, zeigte auf, dass die Wissenschaft dazu neigt, bestimmte Denkmodelle nicht verlassen zu wollen und dass deshalb alle wissenschaftlichen Erkenntnisse nur so lange die Wirklichkeit ausreichend beschreiben, wie diese Modelle es zulassen. Wenn das Denkmodell nicht mehr ausreicht Erscheinungen zu erklären und so Probleme zu lösen, dann  muss man dieses ändern oder ergänzen.

Was sind unsere Denkmodelle?

Unsere Medizin basiert auf der anatomischen Einteilung unseres Körpers in Organe. Der Neurologe kümmert sich um´s Gehirn, der Kardiologe um das Herz, der Urologe ist auf die Harnwege spezialisiert, der Gastro-Enterologe auf den Magen und Darm, der Pulmologe auf die Lunge, HNO auf die oberen Atemwege, Dermatologen bearbeiten die Haut und der Gynäkologe trifft, wie wir im Studium hörten, seine Berufswahl vor dem Spiegel.

Die anatomische Betrachtungsweise macht durchaus Sinn und war ein großer Schritt nach der bis dahin bevorzugten Säftelehre.  Organspezifische Erkrankungen beruhen auf organspezifischen Schäden: Herzinfarkt beruht auf Herzgefäßerkrankung und  Alzheimer auf einer Schädigung der Nervenzellen im Gehirn.

Vor etwa 100 Jahren kam durch die Entdeckung der Gene eine organübergreifende Krankheitslehre zum tragen.  Erkrankungen werden demnach durch Genveränderungen innerhalb des Zellkerns verursacht und über die Mendel´schen Erbgesetzte weiter gegeben. Eine Veränderung an einem Gen (Mutation) ist die Basis für eine Fehlfunktion in der Zelle und löst so Krankheiten aus. Leider hat sich die Hoffnung in eine „ein Gen- eine Krankheit“ – Systematik nicht bewahrheitet. Neue Genanalysen zeigen zum Beispiel, dass nicht nur die genetischen Mutationen eines Dickdarm-Krebs nicht denen eines anderen Dickdarm-Krebses gleichen. Nein es gibt hunderte verschiedener Mutationen die dem Dickdarm-Krebs zugeordnet werden und in einem Zellhaufen dieses Krebses haben nicht zwei Zellen die exakt gleichen Gen-Veränderungen. Siehe auch www.krebsdiaet.wordpress.com .

Aber Gene und Organe sind nicht alleine an den Kranksheitsgeschehen beteiligt. Denn:  Leben =  Struktur + Energie + Information. Es fehlt des Aspekt der Energie!

Wallace fordert eine energiebezogene Sichtweise als Ergänzung der bisherigen Krankheitslehren. Das "Bioenergetische Paradigma" besagt: organspezifische Erkrankungen können durch Schäden in der allgemeinen Energieproduktion verursacht werden.

Die wichtigsten Gene für die Energieproduktion liegen auf der mitochondrialen DNA. Da die mitochondriale DNA ungeschützt in der Matrix schwimmt ist sie schädlichen Einflüssen z.B. durch Radikale (ROS) vollkommen ausgeliefert. Es kommt also immer wieder zu Schäden an dieser DNA, was zum Altern und schließlich zum Funktionsverlust der Mitochondrien beiträgt. Wenn diese Schädigung im Großteil der  Mitochondrien einer Zelle einen bestimmten Schwellenwert übertrifft, wird nicht nur das Mitochondrium abgetötet. Es kommt dann zum kompletten Absterben der Zelle (Apoptose).

Mitochondrien und Erkrankungen

Schon seit 60 Jahren stehen die Mitochondrien im Augenmerk der Altersforschung. Lange Zeit wurden die freien Radikale welche bei der Energieproduktion entstehen als Triebfeder unseres Alterungsprozesses gesehen und die Mitochondrien wurden selbst als die Quelle der allermeisten freien Radikale in unseren Zellen ausgemacht. Dies führte zu der „freien radikal Theorie“ des Alterns.

Das Verständnis des Alterns ist die große Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Altern ist der wichtigste Risikofaktor für die häufigsten Erkrankungen (Diabetes, Herzerkrankungen, Krebs, Demenz). Die Rolle der freien Radikale wurde in letzter Zeit jedoch immer mehr relativiert. Bereits 2007 wurde eine Studie veröffentlicht, welche unser Verständnis der Fehlfunktion der Mitochondrien und wie wir uns gegen eine solche Entwicklung schützen können ganz neu erhellte. Es scheint als ob freie Radikale nicht ohne Bedeutung für den Stoffwechsel sind. Die zentrale Rolle der Mitochondrien im Alterungsprozess wurde jedoch durch neue Erkenntnisse unterstrichen. Obwohl das Verständnis des Alterungsprozesses noch recht unvollständig ist, so würden die meisten Forscher auf diesem Gebiet  jedoch übereinstimmen, dass Altern mit Schäden auf der molekularen Ebene beginnt, welche schließlich zu Zell-, Gewebe- und Organschäden führen. 

Conley und Kollegen fanden Frühschäden in den Mitochondrien, welche schon Jahrzehnte vor dem Auftreten der Alterserscheinung bzw. Erkrankung des jeweiligen Organismus auffindbar waren. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4159998/ 

Auch zeigte ihre Analyse, dass die frühen Stadien mitochondrialer Fehlfunktion umkehrbar sind, wodurch das Leben der betroffenen Zellen über die molekulare Ebene verlängert werden konnte. Der Schlüssel liegt dabei in einer frühzeitigen Intervention um möglichst viel der gesunden Zellen zu bewahren.

Wie kan ich meine Mitochondrien voll funktionstüchtig erhalten? Hier geht es weiter.

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